Gesundheit.Hüttenberg (e. V. i. G.) Verein in Gründung

Hüttenberg, Lahn-Dill-Kreis

Vier Defibrillatoren. Keiner frei zugänglich.

In unserer Gemeinde hängen vier Geräte hinter verschlossenen Türen — nachts, am Wochenende und an Feiertagen kommt niemand an sie heran. Fünf Dörfer haben gar keines. Das wollen wir bis zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde ändern.

Stand in den Ortsteilen

Wo hängt was — und wo soll etwas hängen

Ein Defibrillator hinter einer abgeschlossenen Tür existiert im Notfall nicht. Deshalb zählt für uns nur, was rund um die Uhr erreichbar ist.

Hüttenberg Hochelheim und Hörnsheim 2 Geräte, im Gebäude nach außen
Rechtenbach 2 Geräte, im Gebäude nach außen
Weidenhausen kein Gerät neue Station
Volpertshausen kein Gerät neue Station
Vollnkirchen kein Gerät neue Station
Reiskirchen kein Gerät neue Station
Klein-Rechtenbach kein Gerät neue Station
frei zugänglich, rund um die Uhr vorhanden, aber verschlossen kein Gerät

Geplant sind fünf neue Außenstationen — beheizt, beleuchtet, ohne Schloss. In einem zweiten Schritt sollen die vier vorhandenen Geräte nach außen verlegt werden. Jede Station wird an die Zentrale Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises gemeldet und in das Ersthelfer-System KATRETTER eingetragen.

Warum es auf Minuten ankommt

Beim Drücken sind wir besser geworden. Beim Schocken nicht.

Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters und den Leitlinien des European Resuscitation Council.

50–70 %überleben, wenn innerhalb von drei bis fünf Minuten defibrilliert wird
53,5 %der Wiederbelebungen beginnen heute schon vor dem Rettungsdienst
2 %davon mit einem Defibrillator — meist ist schlicht keiner erreichbar
11 %Überlebensrate bundesweit, seit Jahren unverändert

Der Rettungsdienst braucht in unsere Randorte länger als drei Minuten. Das ist keine Kritik, sondern Geografie. Diese Lücke lässt sich nur vor Ort schließen: durch ein Gerät, das jederzeit erreichbar ist, und durch Menschen, die wissen, wo es hängt.

Was der Verein vorhat

Die Geräte sind der Anlass, nicht der Zweck

Ein Defibrillator ohne Menschen, die damit umgehen können, rettet niemanden.

Man könnte für fünf Defibrillatoren auch einfach Geld sammeln und die Sache damit beenden. Wir halten das für zu kurz gedacht. Geräte altern, Elektroden laufen ab, Batterien müssen getauscht werden — und irgendwann fragt niemand mehr danach. Was es braucht, ist jemand, der auf Dauer zuständig ist.

Dazu kommt: Hüttenberg wird älter, und die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum wird dünner, nicht dichter. Beides trifft die Dörfer stärker als die Städte. Ein Verein, der Gesundheitsvorsorge dauerhaft zur Sache der Dorfgemeinschaft macht, ist deshalb keine Übertreibung, sondern die naheliegende Antwort.

Geräte betreiben

Beschaffung, Wartung und Betrieb frei zugänglicher Defibrillatoren — mit klarer Verantwortung nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Dazu gehören Bestandsverzeichnis, dokumentierte Einweisungen und die monatliche Sichtprüfung vor Ort, getragen von den Ortsteilwehren und Vereinen.

Wiederbelebung üben

Reanimations- und Erste-Hilfe-Schulungen in allen Ortsteilen, gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst. Gezielt dort, wo Menschen ohnehin zusammenkommen: in den Sportvereinen, bei den Feuerwehren, in Betrieben und Kirchengemeinden. Zwei Stunden reichen für den Anfang.

Aufklären

Informationsabende mit geladenen Fachleuten aus Medizin, Pflege und Rettungswesen — zu Herz-Kreislauf-Gesundheit, Notfallerkennung, Vorsorge und Gesundheit im Alter. Verständlich, ohne Fachjargon, mit Zeit für Fragen.

Kurse anbieten

Angebote der Prävention, die im Dorf stattfinden und nicht in der Kreisstadt: Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Sturzprophylaxe. In Zusammenarbeit mit den Vereinen, die die Räume und die Menschen ohnehin haben.

Vernetzen

Praxen, Apotheken, Pflegedienste, soziale Einrichtungen, Feuerwehren, Vereine, Schulen und Kitas an einen Tisch bringen. Ein Gesundheitsbeirat bündelt diesen Rat — ohne Mitgliedschaft und ohne Beitrag, damit die Hürde niedrig bleibt.

Teilhabe sichern

Inklusion ist mehr als eine Rampe. Menschen mit Behinderungen sollen am Dorf- und Vereinsleben teilhaben — bei gemeinsamen Veranstaltungen statt gesonderter Angebote. Wir arbeiten mit Einrichtungen der Behindertenhilfe, Selbsthilfegruppen und Angehörigen zusammen und beraten Vereine und Gemeinde, wenn sie ihre Veranstaltungen und Räume barrierefrei gestalten wollen. Und wir richten unsere eigenen Angebote danach aus: barrierefrei erreichbare Standorte, barrierefreie Räume für Schulungen, Material in Leichter Sprache. Im Notfall zählt jede Sekunde — für alle gleichermaßen. Im Alltag davor genauso.

Wie wir arbeiten

Vier Festlegungen, die in die Satzung gehören

Nicht weil sie gut klingen, sondern weil sie darüber entscheiden, ob das Vorhaben trägt.

Überparteilich

Der Verein verfolgt keine politischen Zwecke und tritt nie im Dienst einer Partei auf. Der Gründungskreis umfasst bewusst Mandatsträger aller Fraktionen — gerade deshalb steht die Neutralität ausdrücklich in der Satzung. Ein Vereinstermin ist kein Wahlkampftermin.

Ehrenamtlich

Niemand verdient an diesem Projekt. Keine Honorare, keine Aufwandsentschädigungen, keine Provisionen — auch nicht für die Beteiligten der Initiative. Eingeworbene Mittel fließen ungekürzt in Beschaffung und Betrieb.

Breit getragen

Der Verein soll allen acht Dörfern gehören, nicht einem. Angestrebt wird eine Trägerschaft aus Vereinen, Feuerwehren, sozialen Einrichtungen, Praxen, Apotheken, Schulen, Kirchengemeinden und Bürgerinnen und Bürgern aus jedem Ortsteil.

Ohne Gemeindekosten

Anschaffung und Betrieb belasten den Gemeindehaushalt nicht. Finanziert wird über Sponsoring heimischer Firmen und Spenden. Von der Gemeinde erbeten sind nur Aufstellungsorte an gemeindeeigenen Gebäuden und die Stromanschlüsse für die Schrankheizungen.

Wo wir stehen

Der Verein ist noch nicht gegründet

Diese Seite begleitet die Gründung. Sie wird fortgeschrieben, sobald sich etwas ändert.

Vorstellung in der Gemeindevertretung

Ein Antrag bittet die Gemeindevertretung um überparteiliche Unterstützung der Vereinsgründung. Haushaltsmittel werden ausdrücklich nicht beantragt.

Gründungskreis bilden

Angesprochen werden Vereine, Feuerwehren, soziale Einrichtungen, ärztliche und therapeutische Praxen, Apotheken, Schulen und Kirchengemeinden.

Gründungsversammlung

Satzung beschließen, Vorstand wählen, Eintragung ins Vereinsregister und Antrag auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Beschaffung und Montage

Standorte abstimmen, Stromanschlüsse herstellen, Stationen montieren und einweisen.

Übergabe

Meldung an Leitstelle und KATRETTER, Freischaltung in der Hüttenberg Äbb und Reanimationsschulungen in allen Ortsteilen.

Mitmachen

Beim Thema Wiederbelebung gibt es keine Fraktionen

Wer hier mitmacht, unterstützt keine Partei, sondern seine Nachbarn. Für den Anfang genügt eine kurze Nachricht.

Für Bürgerinnen und Bürger

Mitglied werden

Sobald der Verein gegründet ist, steht die Mitgliedschaft allen offen. Bis dahin nehmen wir Interessenten in eine Liste auf und melden uns.

Für Praxen, Vereine, Einrichtungen

Im Beirat mitwirken

Der Gesundheitsbeirat berät den Vorstand und bündelt fachlichen Rat — ohne Mitgliedschaft, ohne Beitrag, mit einer Sitzung im Jahr.

Für Unternehmen

Station übernehmen

Eine komplette Station kostet rund 2.500 Euro. Patenschaften werden möglich, sobald der Verein eingetragen und als gemeinnützig anerkannt ist.

Schreiben Sie uns