Hüttenberg, Lahn-Dill-Kreis
Gesundheit im Dorf ist mehr als der Weg zum Arzt.
Vorbeugen, aufklären, üben, teilhaben — und im Notfall die ersten Minuten überbrücken, bis der Rettungswagen da ist. Dafür braucht es keine neue Einrichtung. Es braucht jemanden, der zusammenbringt, was es in Hüttenberg längst gibt, und auf Dauer dranbleibt. Dafür gründen wir diesen Verein.
Mitglied werden können alle. Vom Fach sein muss niemand.
- Wer im Notfall helfen will, statt danebenzustehen.
- Wer Kinder, Eltern oder Großeltern im Dorf hat.
- Wer bei der Feuerwehr, im Sportverein oder in der Kirchengemeinde ohnehin mit anpackt.
- Wer einfach will, dass sich jemand kümmert — und dafür seinen Beitrag gibt.
Eine kurze E-Mail mit Name und Ortsteil genügt. Gegründet wird im Winter; wer sich vormerken lässt, wird zur Gründungsversammlung eingeladen und kann dort Gründungsmitglied werden. Die Vormerkung verpflichtet zu nichts.
Praxen, Pflegedienste und Apotheken bringen ihr Fachwissen im Gesundheitsbeirat ein. Getragen wird der Verein aber von seinen Mitgliedern — und die sollen aus allen acht Dörfern kommen. Auch Vereine, Betriebe und Einrichtungen können Mitglied werden.
Als Mitglied wählen Sie den Vorstand, stimmen in der Mitgliederversammlung mit und reden mit, wenn es um Ihr Dorf geht. Mehr Zeit müssen Sie nicht aufbringen; wer mehr tun will, findet genug Gelegenheit. Den Jahresbeitrag beschließt die Gründungsversammlung.
Warum jetzt
Die Aufgabe wächst, die Versorgung nicht.
Hüttenberg wird älter, und die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum wird dünner, nicht dichter. Beides trifft die Dörfer stärker als die Städte.
Behandeln können unsere Praxen, Apotheken, Pflegedienste und der Rettungsdienst. Sie tun ihre Arbeit, und sie tun sie gut. Aber alles, was davor liegt und dazwischen — Vorbeugen, Aufklären, Üben, Teilhaben —, ist niemandes Pflichtaufgabe. Keine Gemeinde muss Gesundheitskurse anbieten, kein Verein muss Wiederbelebung schulen, keine Stelle muss den Überblick behalten, wer im Ort was anbietet.
Deshalb passiert vieles einmal und dann nicht wieder: ein Vortrag hier, eine Aktion dort, ein Gerät, das jemand gespendet hat und um das sich nach drei Jahren niemand mehr kümmert. Was fehlt, ist eine dauerhafte Zuständigkeit — jemand, der zusammenbringt, weitermacht und im nächsten Jahr wieder fragt. Genau das soll dieser Verein sein.
Der Kern der Sache
Es ist alles da. Es sitzt nur nicht an einem Tisch.
In acht Dörfern arbeiten Praxen, Apotheken, Pflegedienste, Feuerwehren, Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und Kitas nebeneinander her. Jede Stelle weiß etwas, das den anderen fehlt. Der Verein richtet den Tisch, an dem sie zusammenkommen.
Dieser Tisch heißt in der Satzung Gesundheitsbeirat. Er berät den Vorstand, schlägt Themen, Standorte und Veranstaltungen vor und tagt mindestens einmal im Jahr. Eine Mitgliedschaft im Verein ist dafür nicht nötig, ein Beitrag auch nicht — die Hürde soll so niedrig sein, dass Mitmachen leichter ist als Absagen.
Was daraus entsteht
Sechs Felder, an denen der Verein arbeitet
Nichts davon ist neu erfunden. Neu ist, dass es jemanden gibt, der es organisiert und im nächsten Jahr wieder tut.
Aufklären
Informationsabende mit geladenen Fachleuten aus Medizin, Pflege, Rettungswesen und Prävention — zu Herz-Kreislauf-Gesundheit, Notfallerkennung, Vorsorge, psychischer Gesundheit und Gesundheit im Alter. Verständlich, ohne Fachjargon, mit Zeit für Fragen.
Vorbeugen
Kurse und Aktionen, die im Dorf stattfinden und nicht in der Kreisstadt: Bewegung, Ernährung, Sturzprophylaxe, psychische Gesundheit. Zusammen mit den Vereinen, die die Räume und die Menschen ohnehin haben.
Wegweisen
Wer hilft wobei? Beratung, Pflege, Selbsthilfe, Kurse, Ansprechpartner — vieles gibt es, nur weiß es kaum jemand. Der Verein macht es auffindbar, digital und auf Papier, barrierefrei und in verständlicher Sprache.
Teilhabe sichern
Inklusion ist mehr als eine Rampe. Menschen mit Behinderungen sollen am Dorf- und Vereinsleben teilhaben — bei gemeinsamen Veranstaltungen statt gesonderter Angebote. Wir arbeiten mit Behindertenhilfe, Selbsthilfegruppen und Angehörigen zusammen und beraten Vereine und Gemeinde, wenn sie Räume und Veranstaltungen barrierefrei gestalten wollen.
Wiederbelebung üben
Reanimations- und Erste-Hilfe-Schulungen in allen Ortsteilen, gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst. Gezielt dort, wo Menschen ohnehin zusammenkommen: in Sportvereinen, bei den Feuerwehren, in Betrieben, Schulen und Kirchengemeinden. Zwei Stunden reichen für den Anfang.
Geräte betreiben
Beschaffung, Wartung und Betrieb frei zugänglicher Defibrillatoren — mit klarer Verantwortung nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung: Bestandsverzeichnis, dokumentierte Einweisungen, monatliche Sichtprüfung vor Ort, getragen von den Ortsteilwehren und Vereinen.
Das erste Vorhaben
Sechs Defibrillatoren. Keiner frei zugänglich.
Der Anlass für die Gründung — und der erste Punkt, der auf dem Tisch liegt. Ein Gerät hinter einer abgeschlossenen Tür existiert im Notfall nicht. Deshalb zählt für uns nur, was rund um die Uhr erreichbar ist.
In vier Ortsteilen fehlt ein Gerät ganz — dort sollen beheizte Außenstationen ohne Schloss entstehen. In den drei übrigen hängen Geräte in Gebäuden: Sporthalle und Feuerwehrgerätehaus Hüttenberg, Gemeindeverwaltung und CVJM Rechtenbach, Kirchenzentrum und Arztpraxis Volpertshausen. Für sie ist mit den Eigentümern zu klären, ob sie nach außen umziehen können; das wäre günstiger als eine Neuanschaffung. Jede frei zugängliche Station wird an die Zentrale Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises gemeldet und in das Ersthelfer-System KATRETTER eingetragen.
14. September 2026: Die Gemeindevertretung unterstützt die Initiative. Sie bittet den Gemeindevorstand, Aufstellungsorte an gemeindeeigenen Gebäuden unentgeltlich bereitzustellen, die Stromanschlüsse für die Schrankheizungen herstellen zu lassen und zu prüfen, ob die gemeindeeigenen Geräte nach außen umziehen können. Die Ortsbeiräte sind gebeten, bis Ende 2026 je eine Ansprechperson für die Standortwahl zu benennen.
Stand September 2026. Die beiden Geräte in Volpertshausen sind erst nachträglich bekannt geworden — es kann weitere geben. Wer von einem Defibrillator weiß, der hier fehlt: kurze Nachricht genügt.
Beim Drücken sind wir besser geworden. Beim Schocken nicht.
Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters und den Leitlinien des European Resuscitation Council.
Der Rettungsdienst braucht in unsere Randorte länger als drei Minuten. Das ist keine Kritik, sondern Geografie. Diese Lücke lässt sich nur vor Ort schließen: durch ein Gerät, das jederzeit erreichbar ist, und durch Menschen, die wissen, wo es hängt und was zu tun ist. Das Gerät ist der einfachere Teil davon.
Wie wir arbeiten
Vier Festlegungen, die in die Satzung gehören
Nicht weil sie gut klingen, sondern weil sie darüber entscheiden, ob das Vorhaben trägt.
Überparteilich
Der Verein verfolgt keine politischen Zwecke und tritt nie im Dienst einer Partei auf. Der Gründungskreis umfasst bewusst Mandatsträger aller Fraktionen — gerade deshalb steht die Neutralität ausdrücklich in der Satzung. Ein Vereinstermin ist kein Wahlkampftermin.
Ehrenamtlich
Niemand verdient an diesem Projekt. Keine Honorare, keine Aufwandsentschädigungen, keine Provisionen — auch nicht für die Beteiligten der Initiative. Eingeworbene Mittel fließen ungekürzt in die Vereinsarbeit.
Breit getragen
Der Verein soll allen acht Dörfern gehören, nicht einem. Angestrebt wird eine Trägerschaft aus Vereinen, Feuerwehren, sozialen Einrichtungen, Praxen, Apotheken, Schulen, Kirchengemeinden und Bürgerinnen und Bürgern aus jedem Ortsteil.
Ohne Gemeindekosten
Die Arbeit des Vereins belastet den Gemeindehaushalt nicht. Finanziert wird über Beiträge, Spenden und Sponsoring heimischer Firmen. Von der Gemeinde erbeten sind nur Aufstellungsorte an gemeindeeigenen Gebäuden, die Stromanschlüsse für die Schrankheizungen und gelegentlich ein Raum.
Wo wir stehen
Der Verein ist noch nicht gegründet
Diese Seite begleitet die Gründung. Sie wird fortgeschrieben, sobald sich etwas ändert.
Die Gemeindevertretung unterstützt die Initiative
Sie unterstützt die Initiative für eine flächendeckende Defibrillator-Versorgung und die Gründung des Vereins als Träger der Gesundheitsförderung. Haushaltsmittel wurden ausdrücklich nicht beantragt.
Gründungskreis bilden, Mitglieder sammeln
Angesprochen werden Vereine, Feuerwehren, soziale Einrichtungen, ärztliche und therapeutische Praxen, Apotheken, Schulen und Kirchengemeinden — und alle, die Mitglied werden wollen. Der Kreis soll so breit sein wie der spätere Beirat.
Gründungsversammlung
Wer sich als Mitglied vorgemerkt hat, wird eingeladen. Satzung beschließen, Vorstand wählen, Eintragung ins Vereinsregister und Antrag auf Anerkennung der Gemeinnützigkeit.
Erster Gesundheitsbeirat
Die Einrichtungen kommen zum ersten Mal an einen Tisch und legen fest, was im ersten Jahr dran ist. Parallel: Standorte abstimmen, Stromanschlüsse herstellen, Stationen montieren.
Die ersten Angebote
Übergabe der Defibrillator-Stationen, Meldung an Leitstelle und KATRETTER, Freischaltung in der Hüttenberg Äbb — dazu die ersten Reanimationsschulungen und Informationsabende in den Ortsteilen.
Mitmachen
Beim Thema Gesundheit gibt es keine Fraktionen
Wer hier mitmacht, unterstützt keine Partei, sondern seine Nachbarn. Für den Anfang genügt eine kurze Nachricht.
Für alle Bürgerinnen und Bürger
Mitglied werden
Fachwissen braucht es dafür nicht. Wer sich jetzt vormerken lässt, wird zur Gründungsversammlung im Winter eingeladen und kann Gründungsmitglied werden.
Für Praxen, Vereine, Einrichtungen
Im Beirat mitwirken
Der Gesundheitsbeirat berät den Vorstand und bündelt fachlichen Rat — ohne Mitgliedschaft, ohne Beitrag, mit einer Sitzung im Jahr.
Für Fachleute
Wissen einbringen
Ein Vortragsabend, ein Kurs, eine Sprechstunde: Wer etwas kann, das anderen hilft, findet hier den Rahmen dafür. Um Termin, Raum und Ankündigung kümmert sich der Verein.
Für Unternehmen
Station übernehmen
Eine komplette Defibrillator-Station kostet rund 2.500 Euro. Patenschaften werden möglich, sobald der Verein eingetragen und als gemeinnützig anerkannt ist.